Beschwerden im Markt für Bahnstrom
Im November 2023 wurde die BWB unter anderem durch die Schienen-Control Kommission auf mögliche Missstände im Bereich der Bahnstromversorgung aufmerksam. Konkret wurden der BWB Bedenken im Hinblick auf die von der ÖBB Infra verwendeten Energielieferverträge und dem angewandten Bahnstromsystem im Allgemeinen mitgeteilt, die zu möglichen wettbewerblichen Einschränkungen führen könnten. Der Markt für Bahnstrom ist seit 2016 liberalisiert.
Für den elektrischen Zugbetrieb besteht in Österreich ein eigenes, separates Stromnetz. Dieses unterscheidet sich von anderen Stromnetzen insbesondere dadurch, dass für den Zugbetrieb Strom mit einer geringeren Frequenz benötigt wird, als im Haushaltsbereich. Dieses für die Bahnstromverteilung erforderliche Stromnetz wird von der ÖBB Infra betrieben. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen können den benötigten Strom bei der ÖBB Infra oder einem alternativen Energieanbieter, nach erfolgter Umwandlung in die korrekte Frequenz, beziehen.
Ermittlungen der BWB eingestellt
Die BWB hat umfangreiche Ermittlungen durchgeführt und fortlaufend mit der Schienen-Control Kommission kooperiert. Neben mehreren Auskunftsverlangen an die ÖBB Infra wurde auch eine Marktbefragung der Eisenbahnverkehrsunternehmen durchgeführt. Im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens kooperierte die ÖBB Infra umfassend mit der BWB und stellte wesentliche Informationen zur Verfügung. Schlussendlich hat sich der anfängliche Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung nicht erhärtet, weshalb das Ermittlungsverfahren der BWB eingestellt wurde.
Evaluierung der Energielieferverträge
Die ÖBB Infra wird das bestehende Bahnstromangebot und -system einer umfassenden Evaluierung unter Einbeziehung ihrer Bahnstromkundinnen und kunden unterziehen um auch weiterhin faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. Ziel sind mögliche neue Produktoptionen, die eine flexible und wettbewerbsfördernde Energieversorgung gewährleisten und Weiterentwicklungspotentiale im Bahnstromsystem aufzuzeigen.