Marktabgrenzung im Bereich LGH


Hinweis: Der Standpunkt ist nicht mehr aktuell. Dieser wird überarbeitet, sobald der nichtvertrauliche Beschluss des Kartellgerichts idS Metro/AGM (siehe dazu die Pressemitteilung der BWB vom 26.04.2022 veröffentlicht wird.


Die BWB erarbeitete im Rahmen einer Zusammenschlussprüfung die folgende Marktabgrenzung im LGH und wird zukünftig nach dieser vorgehen.

Im Rahmen der Prüfung der Anmeldung eines Zusammenschlusses hat die BWB zur Bestimmung der Marktabgrenzung zwei Methoden herangezogen. Einerseits wurde von der BWB ein SSNIP-Test (small but significant non-transitory increase in price) durchgeführt und andererseits wurde eine Umsatz-Distanz-Analyse durchgeführt. Beide Methoden bestätigten die nachstehende Marktabgrenzung, die auch mit der Entscheidungspraxis des deutschen Bundeskartellamtes übereinstimmt.

Marktabgrenzung

Der sachlich relevante Markt "Lebensmittelgroßhandel (LGH)" unterteilt sich aufgrund des Nachfrageverhaltens der Kunden in die Marktsegmente "Abholgroßhandel (Kleinkunden)" und "Zustellgroßhandel (Großkunden)". Räumlich umfasst der Abholgroßhandel ein Einzugsgebiet von 30 km (Straßenkilometer) um den jeweiligen Standort. Der Zustellgroßhandel umfasst ein Einzugsgebiet von 100 km (Straßenkilometer) um den jeweiligen Standort.

Die BWB wird Anmeldungen von Zusammenschlüssen im LGH Bereich aufgrund von obenstehender Marktabgrenzung beurteilen.

Auflagen

Grundsätzlich erachtet die BWB strukturelle Auflagen als geeignet, um Verhaltensspielräumen aufgrund einer Marktkonzentration durch eine Fusion, die kartellrechtlich problematisch sein können, im LGH entgegenzuwirken. In Einzelfällen können Verhaltensauflagen als ausreichend befunden werden um die Bedenken auszuräumen.