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Z-3598 Zusammenschluss SAZKA Group a.s.; Casinos Austria Aktiengesellschaft

Bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) wurde am 11.08.2017 ein Zusammenschluss angemeldet, wonach die SAZKA Group a.s., Tschechische Republik (SAZKA), beabsichtigt, die alleinige Kontrolle über Casinos Austria Aktiengesellschaft (CASAG) zu erwerben.

Die BWB stellt keinen Prüfungsantrag gemäß § 11 Abs 1 KartG. Das Zusammenschlussvorhaben darf daher durchgeführt werden.

Das Zusammenschlussvorhaben führt weder zu einer Entstehung noch zu einer Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung.

Maßgeblich für die wettbewerbliche Beurteilung eines Zusammenschlusses sind ua. die Marktanteile der beteiligten Unternehmen auf den sachlich und geographisch relevanten Märkten.

Bei der Prüfung dieses Zusammenschlusses waren folgende Märkte sachlich relevant:

  • i.   Spielbanken
  • ii.  Lotterieglücksspiel 
  • iii. Glückspielautomaten für Landesausspielungen (Bundesländer)
  • iv. Sportwetten und 
  • v.  Online-Glücksspiel 


Geographisch war insbesondere von nationalen oder engeren Märkten auszugehen. Die Abgrenzung der Märkte erfolgte nach der Praxis der österreichischen Gerichte und der Europäischen Kommission. 

Das Unternehmen SAZKA war auf keinen der oben genannten Märkten aktiv. Die Marktanteile der SAZKA sind auf den sachlich und geographisch relevanten Märkten sohin jeweils 0% vor der Zusammenschlussanmeldung gewesen.

Es kam daher zu keinen Überschneidungen der Parteien auf den genannten Märkten, die sich im Sinne einer Entstehung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung iSd KartG auswirkten. Vorliegend handelt es sich daher nicht um eine Entstehung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung durch den Zusammenschluss, weil eine starke Marktposition etwa bspw. der Casinos bereits vor dem Zusammenschluss vorlag. Ein sogenanntes „Phase II"-Verfahren (dh eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses vor dem Kartellgericht) ist daher nicht einzuleiten.