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Treibstoffpreise: Platts gibt der BWB Auskunft

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat nun von Platts (McGraw-Hill, London) die seit April 2009 ausstehenden Daten und Informationen über die Gestaltung der Platts-Notierungen für Mineralölprodukte erhalten. Die umfangreiche Antwort von Platts wird nun von der BWB eingehend kartellrechtlich und ökonomisch analysiert. Sollten die übermittelten Auskünfte nicht ausreichen, werden weitere Kontakte stattfinden, kündigt die österreichische Wettbewerbsbehörde an. Die BWB ist EU-weit die erste Kartellbehörde, die dem "Phänomen" Platts auf die Spur geht.

Vorgeschichte
Die BWB untersucht seit 2008 das kartellgesetzkonforme Zustandekommen der Treibstoffpreise in Österreich (siehe auch Meldungen vom 26.6.2009 und vom 15.5.2009). Die BWB ist dabei auf die so genannte Rotterdamer Produktenbörse (auch Platts-Notierungen) gestoßen. Dabei handelt es sich um keine echte Börse, sondern um ein Londoner Unternehmen, das durch verschiedene Umfragen und Analysen Preistendenzen für Mineralölprodukte erhebt und diese Informationen verkauft. Viele Mineralölunternehmen berufen sich auf Platts, wenn sie nach ihren Preiskalkulationen gefragt werden. Um Genaueres über Art und Weise des Zustandekommens dieser Notierungen zu erfahren, hat sich die BWB im Frühjahr 2009 direkt an das Unternehmen (den Londonern Konzern McGraw Hill) gewendet und Informationen angefordert.

Bundeswettbewerbsbehörde (BWB)
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) wurde am 1. Juli 2002 als unabhängige, weisungsfreie Aufgriffs-, Ermittlungs- und Antragsbehörde in Wettbewerbsangelegenheiten gegründet. Aufgabe der BWB ist es, einen freien und fairen Wettbewerb sicherzustellen. Die Leitung der BWB obliegt dem Generaldirektor für Wettbewerb, Dr. Theodor Thanner. Derzeit beschäftigt die BWB 33 Mitarbeiter, wobei 21 davon als „Casehandler" (Fallbearbeiter) im Einsatz sind.