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BWB veröffentlicht den zweiten Teilbericht zu dem Thema "Gesundheitsvorsorge im ländlichen Raum"

Seit Anfang 2017 analysiert die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) den österreichischen Gesundheitsmarkt. Nach dem ersten Teilbericht „Der Markt für öffentliche Apotheken“, der im Mai 2018 veröffentlicht wurde, folgt nunmehr der zweite Teilbericht zum Thema „Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum“.

Branchenuntersuchung Gesundheit

Im Rahmen der Branchenuntersuchung evaluiert die BWB die wettbewerblichen Rahmenbedingungen in bestimmten Teilmärkten des Gesundheitsmarkts. Die Untersuchung stützt sich auf Auskunftsverlangen an Marktteilnehmer, wissenschaftliche Literatur sowie Erfahrungsberichte und Untersuchungen von nationalen Wettbewerbsbehörden. Zusätzlich werden intensive Gespräche mit Unternehmen, Interessensvertretungen und anderen Institutionen, welche im Gesundheitsmarkt tätig sind, geführt.

Zweiter Teilbericht: „Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum“ veröffentlicht

Der zweite Teilbericht analysiert den Markt hinsichtlich der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. In diesem Zusammenhang werden Herausforderungen in diesem Bereich beleuchtet und Lösungsansätze aus wettbewerblicher Sicht aufgezeigt. Dadurch soll mehr Handlungsspielraum für die Marktteilnehmer und die Versorgungssicherheit der Patienten sichergestellt werden.

Dr. Thanner, Generaldirektor der BWB: “Eine effektive und für alle zugängliche Gesundheitsversorgung ist wichtig für die Bevölkerung und muss sichergestellt werden. Es kann nicht sein, dass durch künstliche Wettbewerbsbarrieren die medizinische Versorgung insbesondere im ländlichen Raum leidet. Die Wahlfreiheit der Patienten und Patientinnen und ein schneller Zugang zur medizinischen Leistungen und Medikamenten muss gewährleistet sein. Aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage ist eine effektive und wettbewerbskonforme medizinische Versorgung in bestimmten Regionen in Österreich nicht gegeben.“

 Der zweite Teilbericht gliedert sich in folgende Themen:

  1. Bestandsaufnahme der regionalen Versorgung mit Apotheken und Allgemeinmedizinern in Österreich
  2. Ärztemangel im ländlichen Raum und gesundheitspolitische Maßnahmen
  3. Ärztliche Hausapotheken
  4. Primärversorgungseinheiten (PVE), Anstellung von Ärzten und Lehrpraxis sowie
  5. Vorschläge der österreichischen Apothekerkammer zur Modernisierung des Apothekengesetzes

Erste Übersichtskarten zur Gesundheitsversorgungen in Österreich

Die BWB stellt erstmalig mehrere Landkarten zu Verfügung um sich einen Überblick über die Gesundheitsversorgung verschaffen zu können.

Beispiel: Übersicht Allgemeinmediziner mit und ohne Hausapotheken in Österreich

Auszüge aus den Empfehlungen der BWB

  • Aufwertung und gezielte Förderung von Allgemeinmedizinern (Ausbildung, finanzielle Anreizsetzung, etc).
  • Angleichung der Zulassungsvoraussetzungen von ärztlichen Hausapotheken mit öffentlichen Apotheken unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raums.
  • Weiterentwicklung von Primärversorgungseinheiten (PVE) um eine möglichst umfassende Versorgung sicherzustellen.
  • Zeitgemäße Regelungen für bewilligungspflichtige mobile Abgabeeinrichtung und hinsichtlich Filialapotheken.

Die BWB möchte mit diesem zweiten Teilbericht auch Anlass zu einer allgemein vertieften Diskussion über mehr Wettbewerb in der Gesundheitsversorgung im ländlichen Bereich geben.

Da der Gesundheitsmarkt über zahlreiche Teilmärkte verfügt, wurden für die Analyse bestimmte Teilbereiche festgelegt. Diese Bereiche waren der BWB aus der Vergangenheit insbesondere auch schon aufgrund von Beschwerden wegen wettbewerbsbeschränkenden Verhaltensweisen bekannt.

Weitere Teilberichte im Gesundheitsbereich sind in Planung.


BWB veröffentlicht den ersten Teilbericht zum Thema „Der österreichische Apothekenmarkt“

Seit Anfang 2017 analysiert die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) den österreichischen Gesundheitsmarkt

Im Rahmen der Branchenuntersuchung evaluiert die BWB die wettbewerblichen Rahmenbedingungen in bestimmten Teilmärkten des Gesundheitsmarkts. Die Untersuchung stützt sich auf Auskunftsverlangen an Marktteilnehmer, wissenschaftliche Literatur sowie Erfahrungsberichte und Untersuchungen von nationalen Wettbewerbsbehörden. Zusätzlich werden intensive Gespräche mit Unternehmen, Interessensvertretungen und anderen Institutionen, welche im Gesundheitsmarkt tätig sind, geführt.

Ziel ist es, mögliche Wettbewerbsverfälschungen zu identifizieren und Liberalisierungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die den Unternehmen mehr Handlungsspielraum verschaffen und den Konsumenten/den Konsumentinnen Vorteile bringen. Studien belegen, dass ein gewisses Maß an Wettbewerb auch im Gesundheitsmarkt zu einer besseren Versorgung und einer verbesserten Qualität von Produkten und Dienstleistungen führen kann.

Erster Teilbericht: „Der österreichische Apothekenmarkt“ nun veröffentlicht

Der Teilbericht analysiert am Markt für öffentliche Apotheken mögliche Wettbewerbsbeschränkungen im Hinblick auf

  • den Marktzutritt für Apotheken (Bedarfsprüfung)
  • die Eigentumsverhältnisse an Apotheken ( ua Fremdbesitzverbot, Großhändler, Filialapotheken)
  • sowie die Vorschriften über den Betrieb von Apotheken (ua Öffnungszeiten, Angebot von Dienstleistungen, Online Handel, Apothekenvorbehalt für OTC-Arzneimittel)

Es wird überprüft, ob die bestehenden Einschränkungen des Wettbewerbs notwendig sind, um eine Versorgung der Bevölkerung mit Heilmitteln zu gewährleisten oder ob Liberalisierungen des Apothekenmarktes zu effizienteren Ergebnissen für Konsumenten bzw. Konsumentinnen führen können.

Dr. Thanner “Am Apothekenmarkt ist noch Potential für mehr Wettbewerb gegeben. Wir präsentieren im ersten Teilbericht Empfehlungen, deren Umsetzung zu einer effizienteren Ausschöpfung des Wettbewerbspotentials führt. Von den Vorschlägen der BWB profitieren nicht nur die Konsumenten bzw. Konsumentinnen, sondern auch die Betreiber bzw. Betreiberinnen einer Apotheke.

In Österreich wurde der Gesundheitsmarkt noch keiner wettbewerblichen Analyse unterzogen. Für eine moderne Reform des Gesundheitssystems sollten daher die gewonnenen Ergebnisse miteinbezogen werden. Denn Wettbewerb führt zur Stärkung der Innovationskraft von Unternehmen, besserer Qualität von Produkten bzw. Dienstleistungen sowie besseren Preisen.“

Im Anhang finden Sie den ersten Teilbericht „Der österreichische Apothekenmarkt“ sowie einen Raster „Der österreichische Apothekenmarkt - Empfehlungen aus wettbewerblicher Sicht“; gegliedert in Problemanalyse/Folgewirkungen/Lösungsvorschlag/Auswirkungen. Die BWB möchte mit diesem ersten Teilbericht auch Anlass zu einer allgemein vertieften Diskussion über mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen (Apothekenmarkt) geben.

Da der Gesundheitsmarkt über zahlreiche Teilmärkte verfügt, wurden für die Analyse bestimmte Teilbereiche festgelegt. Diese Teilbereiche waren der BWB aus der Vergangenheit insbesondere auch schon aufgrund von Beschwerden wegen wettbewerbsbeschränkenden Verhaltensweisen bekannt.

Die BWB analysiert derzeit unter anderem folgende Bereiche vertieft:

  1. den Markt für Apotheken
  2. den Markt für Krankentransporte und Krankenbeförderungen
  3. den Markt für Krankenversicherungen
  4. den Markt für Krankenanstalten

Anregungen und Anmerkungen können an die E-Mail Adresse wettbewerb@bwb.gv.at gesendet werden.
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