28. Competition Talk der BWB „Uber - Freiheit vs Regulierung"

Am 15. Februar 2017 fand der bereits 28. Competition Talk in den Räumlichkeiten des Hotels Stefanie statt. Die Vortragenden zum Thema „Uber - Freiheit vs Regulierung" waren Mag. Christian Holzhauser (Geschäftsführer der CC Taxicenter GmbH und Funktionär bei der WKO und WKW) sowie Andreas Weinberger, MBA (General Manager Uber Austria). Aufgrund des großen Erfolges der Competition Talks wurde die Veranstaltung erstmals auch auf Video aufgenommen. 

Uber - Freiheit vs Regulierung​                                   

Vorstellung und Einleitung

Generaldirektor Dr. Theodor Thanner begrüßt die zahlreich erschienenen Gäste und wies auf die immer größer werdende Wichtigkeit der new/shared economy hin. Als Beispiel eines solchen new economy start-ups freute sich Dr. Thanner den General Manager von Uber Austria Andreas Weinberger, MBA begrüßen zu dürfen. Als Vertreter der Taxiunternehmen konnte Mag. Christian Holzhauser, Geschäftsführer von CC Taxicenter GmbH sowie Funktionär der WKO und WKW gewonnen werden. Aufgrund der differierenden Standpunkte der Speaker erwartete sich Dr. Thanner eine durchaus kontroversielle Diskussion. Er sieht den Competition Talk als ideale Plattform auch bei kontroversiellen Themen einen Gedankenaustausch zu ermöglichen und Lösungen zu finden.

Vortrag Mag. Christian Holzhauser

Mag. Christian Holzhauser hob in seinem Vortrag gleich zu Beginn eine Gemeinsamkeit zwischen der Taxifunkzentrale Taxi-40100 und Uber hervor. Demnach haben beide selbst keinen Fuhrpark, sie vermitteln lediglich die Fahrdienstleistungen. 1.800 Fahrzeuglenker seien in Wien unter Vertrag. Mag. Holzhauser strich hervor, dass die Lenker, die für Taxi-40100 fahren würden einen großen Vorteil hätten, nämlich eine kollektivvertragliche Bezahlung. Dies sei ein klarer und transparenter Tarif, der vom Wiener Magistrat festgelegt und auch ein Teil der Daseinsvorsorge sei. Ein solcher Tarif führe weiters auch zu einer gleichmäßigen Bedienqualität. Die Fahrzeuge, die unter dem Dach 40100 fahren, würden regelmäßig gewartet und sind im Schnitt etwa 3 Jahre alt. Mag. Holzhauser wies im Weiteren auch auf die relativ kurze Wartezeit von durchschnittlich 3 Minuten hin, die der Kunde auf sein bestelltes Taxi warten müsse. Ein Fokus würde auch vermehrt auf Ökologie gelegt, so würden bereits 25% der Fahrten mit Hybridfahrzeugen durchgeführt werden. Auch im Digitalen Zeitalter sei man schon längst angekommen, so verfüge die Taxifunkzentrale schon seit Jahren eine App, die in 12 Ländern funktioniere. Auch auf Kooperationen etwa mit den Wiener Linien und den ÖBB wurde von Mag. Holzhauser hingewiesen. Hinsichtlich der Qualitätskontrolle führte er aus, dass alle Lenker gut ausgebildet seien. "Es müssen 2 Kurse absolviert werden um als Taxilenker fahren zu dürfen. Weiters gebe es eine Sicherheitseinschulung mit der Polizei", so Mag. Holzhauser abschließend.

Vortrag Andreas Weinberger, MBA

In seinem Vortrag führte der General Manager von Uber Österreich, Andreas Weinberger, MBA aus, dass Uber bereits vor 7 Jahren angefangen hat, den Markt zu bedienen. Uber gäbe es bis dato in 450 Städten, in 70 Ländern der ganzen Welt. Uber arbeite daran eine höhere Auslastung für den Verkehr zu erwirken. Der Mobilitätsmix mit carsharing, Uber  und andere Fahrdienstleister würde helfen die gefahrenen Kilometer zu reduzieren. Man fragt sich am Anfang des Tages, wo möchte ich überall hin. U-Bahn, zu Fuß und dann mit dem eigenen Auto. Genau bei diesem Teilstück würde Uber ins Spiel kommen, erklärte Weinberger. Es sei eine günstige Möglichkeit ein Auto anzubieten. Es ginge nicht um ein Gegeneinander, sondern um ein Miteinander. Bestes Beispiel seien Taxifahrer und Lenker von Mitwagenunternehmen, die ebenfalls für Uber fahren würden. Bei zu geringer Auslastung würden dann Fahrten mit Uber gemacht. Exklusivitätsverträge gäbe es hier keine, es könne jeder für Uber fahren. Zusammen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln würde Uber als Zubringer genutzt werden. Ein Beispiel dafür sei New Jersey. Hier sind die Park and Ride-Anlagen stets voll. Hier gibt es bereits eine Zusammenarbeit mit den Städten und es wurde die Idee von subventionierten Uber-Fahrten entwickelt. Bis zur nächsten Haltestelle ist selbst zu bezahlen, alles darüber hinaus würde New Jersey übernehmen.

Ein Beispiel für gestiegene Sicherheit ist Nevada: Hier kooperierte die Polizei mit Uber rund um die Festlichkeiten des 4. Juli. Letztes Jahr gab es keinen Todesfall aufgrund von Alkoholisierung.

Uber sei weiters auch eine Lösung für den ländlichen Raum. Hier gäbe es oft Probleme mit der Mobilität. Uber wäre eine Lösung, da dies eine Erwerbsmöglichkeit vor Ort sowie erhöhte Mobilität bieten würde.

Als weiteres Angebot gäbe es beispielsweise Uber-Pool, welches bereits in Paris und London verfügbar sei. Die Idee dabei ist, dass, wenn mehrere Leute zur gleichen Zeit in die gleiche Richtung fahren möchten sich diese zusammenschließen können. Es würde sich dabei nichts ändern, nur dass man sich den Preis teilen könne. Ziel sei es die Auslastung zu erhöhen, sodass immer ein zahlender Kunde im Auto sitzt. Ein weiterer Vorteil sei, dass dadurch Fahrzeuge von der Straße genommen werden. Uber könne dadurch helfen den Verkehr auf der Straße zu reduzieren. In San Francisco würden bereits die Hälfte aller Fahrten gepoolt stattfinden.

Ein weiteres Projekt ist Uber-Green und Uber-Eats. Bei Uber-Green werdenFahrten rein durch Elektrofahrzeuge angeboten. Uber-Eats (auch schon in gewissen Bezirken in Wien vorhanden) stellt einen Essenszustellservice dar.

Wir sehen uns als Technologieplattform, die verschiedene Service zusammenbringt", so der Uber-Manager Weinberger abschließend.

Zum Thema Taxitarif führte Weinberger aus, dass es keine Exklusivverträge zwischen Uber und Taxifahrern gäbe. Hier würde das Modell der Auslastung ideal passen: Ein Taxifahrer würde ein paar Fahrten am Vormittag, ein paar Fahrten am Nachmittag fahren, dazwischen ist er unausgelastet. Uber würde helfen so viele Fahrten zu generieren wie möglich. Öffentliche Verkehrsmittel seien eine perfekte Ergänzung zu Uber. Die Flächen zwischen den öffentlichen Verkehrsmitteln würden von Uber verstärkt und ergänzt.

Nach einer Diskussionsrunde (nähere Details im Video unten) bedankte sich GD Dr. Thanner bei den Speakern und verabschiedete sich bei den Gästen. Der nächste Competition Talk der BWB findet im April zum Thema "Wirtschaftspolitik und Wettbewerb" statt. Als Gastvortragenden werden wir Sektionschef Dr. Ulrich Schuh (Center 1, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft) bei uns begrüßen.

Videoaufnahmen des 28. Competition Talk

(Video öffnet in eigenem Fenster)

1. Einleitung GD Dr. Theodor Thanner und Vortrag Mag. Holzhauser

2. Vortrag Andreas Weinberger, MBA

3. Diskussionsrunde

Unterlagen Andreas Weinberger (Uber)