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Intersnack / Kelly: Ausreichender Preiswettbewerb bei Knabbergebäck

Die Intersnack Knabbergebäck GmbH & Co KG hat am 05.09.2007 den Erwerb der Kelly GmbH bei der Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat am 03.10.2007 einen Prüfungsantrag vor dem Kartellgericht gestellt, weil anfänglich Bedenken wegen des Wettbewerbes auf dem Markt für Lebensmittelhandel bestanden hatten. Das Kartellgericht hat mit Beschluss vom 03.03.2008 den Zusammenschluss freigegeben.

Bekannte Marken von Intersnack sind funny-frisch, Chio, Pom-Bär und Goldfischli, Wolf-Bergstraße und Ültje. Die Kelly GmbH ist insbesondere durch die Marken Kellys und Soletti bekannt. Beide Unternehmen produzieren auch Händlermarken.

Kartellgericht: Ausreichender Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel
In der Entscheidung des Kartellgerichtes, die nach Einholung eines Gerichtsgutachtens getroffen wurde, heisst es, dass davon auszugehen ist, "dass sie [Anm: die großen Lebensmitteleinzelhändler] ihre effizient wirkende hohe Nachfragemacht weiterhin auch [Anm: jeweils] gegenüber Unternehmen mit hohen Marktanteilen […] einsetzen und Preiserhöhungen - auch für die Endverbraucher - nur im Rahmen der allgemein gestiegenen Produktionskosten zulassen werden."

Weiters betont das Kartellgericht: "Das Entstehen eines […] überhöhten Preisniveaus […] in Österreich durch den vorliegenden Zusammenschluss ist daher unwahrscheinlich."

Marktdefinition
Das Kartellgericht hat in seiner Entscheidung "salzige Snacks außer Nüsse" als sachlich relevanten Markt angesehen. Offen gelassen wurde, ob Herstellermarken und Händlermarken demselben Markt zuzurechnen sind. Offen gelassen wurde auch der geografisch relevante Markt, er sei jedoch größer als Österreich und kleiner als die EU, stellte das Kartellgericht fest. Selbst bei einem österreichischen Markt reiche die Nachfragemacht der Abnehmer - des Lebensmitteleinzelhandels - aus, um ein vom Wettbewerb und insbesondere von den Kunden unabhängiges Verhalten der am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen zu verhindern.

Kein Rekurs
Die BWB sieht deshalb nach umfassender Prüfung ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Entstehung einer marktbeherrschenden Stellung und wird daher keinen Rekurs gegen den Beschluss des Kartellgerichtes erheben. Nach Aussagen der Unternehmen werden die Standorte in Österreich von dem Zusammenschluss profitieren.