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Bundeswettbewerbsbehörde fordert Transparenz seitens der Energiewirtschaft

Seit etwas mehr als fünf Jahren ist die Bundeswettbewerbsbehörde für den freien und fairen Wettbewerb verantwortlich. Im Rahmen ihrer Tätigkeit hat die Bundeswettbewerbsbehörde den Wettbewerb im Energiemarkt untersucht und als Folge davon gemeinsam mit der Regulierungsbehörde E-Control und dem Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung des Wettbewerbes am österreichischen Strommarkt erarbeitet. Die Umsetzung des Maßnahmenpaketes wurde 2007 von einem international renommierten Unternehmensberater evaluiert.

„Es hat sich gezeigt, dass das Wettbewerbsbelebungspaket ein Schritt in die richtige Richtung ist und dass die Elektrizitätsunternehmen bemüht waren, die vereinbarten Maßnahmen zeitgerecht umzusetzen. Es wurde aber auch deutlich, dass die Umsetzung in manchen Bereichen noch nicht in ausreichendem Ausmaß erfolgt ist. Vor allem im Bereich der Transparenz orten wir noch einiges an Aufholbedarf,“ erklärte Theodor Thanner, Generaldirektor für Wettbewerb, im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Macht und Ohnmacht der Wettbewerbsbehörden (anlässlich eines internationalen Symposions des Forschungsinstituts für Wirtschaftsverfassung und Wettbewerb e.V.) am 6. und 7. Februar 2008 in Innsbruck.

§ 45c des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) sieht vor, dass die Rechnungen und auch die Werbung der einzelnen Elektrizitätsunternehmen konsumentenfreundlich zu gestalten sind. Eine Bestimmung, die in dieser Form nicht unbedingt umgesetzt wird, wie Theodor Thanner festhält: „Die Rechnungen, wie sie derzeit großteils seitens der Energieunternehmen versandt werden, sind nicht nachvollziehbar und unverständlich – für mich jedenfalls. Die Telefonrechnung hingegen ist für mich klar nachvollziehbar. Als Bundeswettbewerbsbehörde appellieren wir an die Lieferanten, für transparente Rechnungen Sorge zu tragen und diese dadurch konsumentenfreundlicher zu gestalten. Die Bundeswettbewerbsbehörde als unabhängige Rechtsschutzbehörde wird auch zukünftig auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen pochen und die Entwicklungen mit einem wachsamen Auge verfolgen."

Bundeswettbewerbsbehörde (BWB)
Die Bundeswettbewerbsbehörde wurde am 1. Juli 2002 als unabhängige, weisungsfreie Aufgriffs-, Ermittlungs- und Antragsbehörde in Wettbewerbsangelegenheiten gegründet. Ziel der BWB ist es, einen freien und fairen Wettbewerb sicherzustellen. Die Leitung der BWB obliegt dem Generaldirektor für Wettbewerb, Dr. Theodor Thanner. Derzeit beschäftigt die Bundeswettbewerbsbehörde 27 Mitarbeiter, wobei 19 davon als „Casehandler“ (Fallbearbeiter) im Einsatz sind.

Rückfragen bitte an:
Dr. Stefan Keznickl
Sprecher der Bundeswettbewerbsbehörde

Bundeswettbewerbsbehörde
fon: +43 (1) 245 08-326
fax: +43 (1) 587 42 00

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