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Bundeswettbewerbsbehörde veröffentlicht Stellungnahme zur Regulierung von Bankomatgebühren

Die Bundeswettbewerbsbehörde hat den Kartenzahlungsverkehr rund um eine mögliche Regulierung von Bankomatgebühren untersucht.

  • Ziel der Stellungnahme ist es, im Rahmen einer objektiven Marktanalyse fundierte Empfehlungen für eine Entscheidungsfindung bezüglich einer möglichen Regulierung von Bankomatgebühren zu geben.
  • Eine effektive Marktregulierung hat im Sinne der Konsumenten die Auswirkungen für alle Marktteilnehmer zu berücksichtigen und Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die einen funktionierenden Wettbewerb ermöglichen.

Im Zuge der seit Mai 2016 andauernden Untersuchung

  • wurden zahlreiche und intensive Gespräche mit Institutionen und Stakeholdern  (BMF, BMASK, die Nationalbank, die Finanzmarktaufsicht, die Europäische Kommission, WKÖ, AK, etc.) geführt,
  • wurden eine Bankenbefragung sowie eine Bankkundenbefragung durchgeführt,
  • wurde ein großer Umfang von Daten (zu Verfügung gestellt von Banken und Drittanbietern von Bankomaten) analysiert.

Zusammengefasst hat die Untersuchung 5 wesentliche Ergebnisse ergeben:

  • 95 % der Bankkunden nutzen die Bankomatkarte zur Bargeldbehebung; 76 % verwenden diese um bargeldlos zu bezahlen. Die Häufigkeit der bargeldlosen Kartenzahlungen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, während die Anzahl der Bankomatbehebungen in etwa gleich geblieben ist.
  • 43 % der Bankomatkarteninhaber kennen die Kosten ihres Girokontos nicht. Nur jeder 5. Bankkunde kennt seine Kosten genau.
  • Ein Verbot von Bankomatgebühren ist nicht zielführend, da Banken zahlreiche Ausweichmöglichkeiten haben um die Kosten einzuheben.
  • Die Anzahl der Bankomaten von Drittanbietern (First Data; Euronet) ist in den letzten Jahren gestiegen. Ein Verbot von Bankomatgebühren könnte dazu führen, dass Drittanbieter aus dem Markt ausscheiden und die Anzahl der Bankomaten merklich zurückgeht.
  • Zusammenfassend wird festgehalten, dass eine Förderung des Wettbewerbs im Girokontengeschäft, durch eine Erhöhung der Transparenz und den Abbau von Wechselbarrieren, unter Umständen in Kombination mit einer Regulierung der Service Fees zwischen Banken und Bankomatbetreibern, am vielversprechendsten wäre, um einerseits die Effizienz des Kartenzahlungsverkehrs zu fördern und andererseits die Konsumenten angemessen an den Effizienzgewinnen zu beteiligen.

 

Für Presserückfragen:
Sarah Fürlinger LL.M.
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Mag. Marcus Becka LL.M.
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Pressedatum:
14.02.2017